Wie kluge Manager ihr neues Team für sich gewinnen

Wie kluge Manager ihr neues Team für sich gewinnen

Manchmal arbeitet man Monate daran, Fehler wiedergutzumachen, die man in den ersten paar Tagen in einem neuen Job begangen hat. Sie können im Gedächtnis der Mitarbeiter erstaunlich lange hängen bleiben. Dies gilt insbesondere dann, wenn der neue Job eine Managerposition ist und man in ein neues Team kommt.

Ein Team zu gewinnen ist schwer. Jedes Mal, wenn Mitarbeiter sich an einen neuen Manager gewöhnen müssen, können sie geradezu empfindlich sein.
Egal wie feinfühlig man als Manager auch sein mag und wie sehr man versucht, klassische Managerfehler zu vermeiden – die reine Präsenz des neuen Leiters, kann bereits Schockwellen im Team auslösen.

Nehmen Sie es nicht persönlich: Das ist lediglich Teil der Teamarbeit. Die Einführung einer neuen Person - einschließlich eines Leiters - erfordert von der Gruppe einen kollektiven Reset. Das heißt aber auch, dass Sie steuern können, wie Ihre Mitarbeiter Sie als Führungskraft kennenlernen (und das sollten Sie auch).

Dies sind fünf Taktiken, wie Sie Ihr Team für sich gewinnen können:

1. Feiern Sie die Erfolge des Teams
Lernen Sie die Geschichte des Teams kennen, indem Sie jede Person fragen, worauf sie bisher besonders stolz ist.
Fragen Sie nach Erfolgen (und Misserfolgen) und wie sich diese Ereignisse auf die Menschen ausgewirkt haben. Wenn Sie von Dingen erfahren, die das Team stark machen, feiern Sie diese Dinge. Gibt es zum Beispiel Traditionen, um Leistungsträger zu würdigen oder neue Meilensteine zu erreichen? Wenn alle das Mittagessen im Team genießen, nachdem etwas Großes in trockenen Tüchern ist oder in einer abteilungsweiten E-Mail einen Ausruf erhält, müssen Sie keine neue Wege finden, um den Erfolg zu markieren. Sie brauchen das Rad nicht neu zu erfinden.
Aber es ist auf diese Art und Weise nicht nur für Sie bequemer, sondern Ihre Mitarbeiter werden sich daran erinnern, was Sie zuerst tun. Wenn Sie einsteigen und direkt anerkennen, was im Team funktioniert, anstatt mit Kritik zu führen, werden die Leute viele lieber mit Ihnen zusammen arbeiten wollen.

2. Durchdringen Sie die Teamkultur
Kultur – Überzeugungen, Annahmen und ungeschriebene Regeln, die das Verhalten der Menschen leiten und formen – ist eine sensible Angelegenheit. Tun Sie Ihr Bestes, um nicht zu urteilen oder gar zu verurteilen, wenn Sie gerade erst die Kultur Ihres Teams kennenlernen.
Niemand mag es, wenn man ihm sagt, dass seine Kultur falsch oder kaputt ist (auch wenn sie es ist). Ihre Mitarbeiter haben z. B. vielleicht die Angewohnheit, sich neben der Arbeit den ganzen Tag über ihre Schreibtische hinweg zu unterhalten. Sie denken womöglich, dass die Arbeitsumgebung sofort produktiver wäre, wenn diese Gespräche nicht oder nur zu bestimmten, festgelegten Zeiten geführt würden.
Setzen Sie jedoch nicht am ersten Tag eine „Nicht-reden-nicht-stören-Richtlinie“ durch. Denn während es Ihr Ziel sein mag, allen zum effizienteren Arbeiten zu verhelfen, wird man Sie nur als denjenigen wahrnehmen, der den gewohnten Workflow kippt.
Ein klügerer Schritt ist es, zu warten und mit den Teammitgliedern darüber zu sprechen, warum Sie eine kleine Veränderung für sinnvoll und hilfreich halten, und wie Sie sich diese Veränderung vorstellen. Anstatt überstürzt Veränderungen in der Teamkultur durchzusetzen, nehmen Sie sich die Zeit, um jedem das Gefühl zu geben, diese Kultur mitzugestalten.

3. Krempeln Sie die Ärmel hoch (und gehen Sie an die Arbeit)
Der erste Eindruck zählt wirklich, und die Leute wollen wissen, dass ihr Chef sich kümmert. Haben Sie keine Angst, die Ärmel hochzukrempeln und zu helfen, wenn die Gruppe unter Druck steht und Sie helfen können.
Mit anderen Worten, seien Sie der Leiter, der mit dem Rest des Teams noch ein bisschen länger da sitzt und am Tag eines großen Mailings Umschläge füllt oder hilft, Eventmaterial aus dem Serviceaufzug zusammen mit allen anderen zu transportieren.
Die Teilnahme an diesen freudlosen, aber sehr notwendigen Teamaufgaben zeigt, dass Sie sich nicht zu gut sind, um die harten, alltäglichen Aufgaben zu erledigen. Es wird das Gespräch darüber, ein Teamplayer zu sein, umso glaubwürdiger machen, weil Sie bereits bewiesen haben, dass Sie es ernst meinen.

4. Gehen Sie voran
Warten Sie nicht darauf, dass Ihre Mitarbeiter an Sie herantreten: Gehen Sie auf sie zu.
Denken Sie daran, einer der wichtigsten Wünsche der Menschen ist es, gesehen und anerkannt zu werden (von ihrem Chef, aber auch allgemein). Wenn Sie in Ihrer Position neu starten, managen Sie ein bisschen, indem Sie im Team herumgehen. Stellen Sie sich vor und stellen Sie Fragen. Seien Sie präsent und sehen Sie Ihr Team.
Es mag zunächst unangenehm sein, aber sich vorzustellen und Leute auf ihrem eigenen Gebiet zu treffen, ist ein großartiger erster Schritt, um Vertrauen und Glaubwürdigkeit bei Ihren Mitarbeitern aufzubauen.

5. Entwickeln Sie ein Credo für das Team
Ein Credo ist eine beschreibende und komprimierte Aussage über die Überzeugungen und Werte, die das Handeln des Teams leiten. Im Laufe der Zeit werden Sie das, was Sie über das Team und seine Arbeit lernen, zu einem Credo machen wollen. Sie können Ihre Mitarbeiter dazu einladen, Ihnen dabei zu helfen.
Ein Credo sollte dabei die Arbeitsziele zusammenfassen und den Blick in die gemeinsame Zukunft richten. Solche Aussagen können das Team jeden Tag motivieren und helfen, dass sich die Mitarbeiter mehr wie eine Einheit zu fühlen, insbesondere, wenn alle gemeinsam das Credo erarbeitet haben.

Ein neues Team zu gewinnen – vor allem eins, das über einen längeren Zeitraum gewachsen ist und sich zu dem entwickelt hat, was es heute ist – erfordert Bescheidenheit, Geduld und Zurückhaltung.
Und denken Sie daran, selbst wenn Sie der erfahrenste Manager sind, schadet es nie, Ihre Fähigkeiten aufzufrischen, indem Sie bei anderen Managern Rat suchen, ein Führungsbuch lesen oder auch einen Management-Kurse besuchen.
Am wichtigsten ist es, dass Sie dem Team Zeit zu geben, Sie kennenzulernen. Seien Sie dabei Sie selbst und beschleunigen Sie den Prozess nicht mit Druck, sondern durch Neugier und Wertschätzung gegenüber Ihren Mitarbeitern.