Vermeiden Sie diese Fehler bei der Kündigung

Vermeiden Sie diese Fehler bei der Kündigung

Sie haben einen neuen Job gefunden oder Sie haben einfach die Nase voll. Kurzum: Sie freuen sich darauf, bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber zu kündigen.

Eigentlich ganz einfach, oder? Sie gehen zu Ihrem Vorgesetzten, lächeln höflich und sagen: “Hiermit kündige ich.”

Natürlich können Sie es genau so machen. Mit Blick auf die Zukunft empfehlen sich jedoch ein paar präventive Maßnahmen für den Fall, dass Sie z. B.:

  • In der Zukunft wieder bei Ihrem alten Arbeitgeber arbeiten möchten.
  • Bei anderen Unternehmen mit ehemaligen Vorgesetzten oder Kollegen zusammenarbeiten werden.
  • Einmal auf persönliche Empfehlungen zurückgreifen möchten.

Schon allein aus diesen Gründen ist es sinnvoll, den eigenen Abgang etwas genauer zu planen.

Hier sind unsere elf Schritte zu einer “erfolgreichen” Kündigung:

1. Alles unter Dach und Fach?

Kündigen Sie niemals, bevor Sie den Vertrag bei Ihrem neuen Arbeitgeber unterschrieben haben und ein Datum für Ihren ersten Arbeitstag feststeht.

Prüfen Sie auch, ob Ihr Arbeitsvertrag ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot enthält, das Ihrem neuen Arbeitsvertrag im Weg stehen könnte.

2. Ausstehende Sonderzahlungen einsammeln

Halten Sie Ihre Kündigung zurück bis Sie eventuell ausstehende Provisionszahlungen und andere Sondervergütungen erhalten haben. So vermeiden Sie rechtliche Auseinandersetzungen.

3. Legen Sie ein persönliches Karriere-Archiv an

Überlegen Sie, welche Daten zu Ihrem jetzigen Job Sie auch in Zukunft noch nutzen möchten. Das können sein:

  • Ihr Arbeitsvertrag
  • fällige Zahlungen im Falle der Kündigung
  • E-Mails und andere Nachrichtenformate, in denen Ihre Arbeit positiv hervorgehoben wird
  • Kopien Ihrer Leistungsbeurteilungen
  • Zahlen und Fakten rund um Ihre beruflichen Erfolge
  • Arbeitsproben und -vorlagen
  • wichtige Kontakte/Ansprechpartner

Beachten Sie dabei geltende Vorschriften und entwenden Sie kein vertraglich geschütztes Material Ihres Arbeitgebers.

Seien Sie sich auch darüber im Klaren, dass manche Unternehmen mittlerweile automatisiert Xing- und LinkedIn-Profile scannen lassen, um eine Kündigung vorherzusagen. Das dient natürlich hauptsächlich dem Ziel, den entsprechenden Mitarbeiter ggf. gezielt zum Bleiben zu motivieren, kann aber auch genutzt werden, um eventuellen Diebstahl vorzusehen.

4. Erstellen Sie ein Übergabedokument

Machen Sie nicht nur eine Übergabe mit einzelnen Kollegen, sondern legen Sie auch für Ihren Vorgesetzten ein Dokument mit allen wichtigen Informationen an.
Je nach Aufgabenbereich und Positionen gehört dazu eine Zusammenfassung Ihrer aktuellen Aufgaben einschließlich des Status. Außerdem alle weiteren Informationen, die Sie weitergeben möchten. Zuguterletzt kann auch eine Liste mit wichtigen Ansprechpartnern außerhalb des Unternehmens hilfreich sein. Bieten Sie an, zu diesen bei Bedarf den Kontakt herzustellen.

5. Wie weit im Voraus kündigen?

Hier sollten Sie gleich zwei Ziele vor Augen haben: Einerseits soll ihr neuer Arbeitgeber nicht den Eindruck bekommen, dass Sie auch ihn einmal völlig überstürzt verlassen könnten. Andererseits wollen Sie – natürlich in sinnvollem Rahmen – bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber einen guten Übergang für Ihre Nachfolge gewährleisten.

Offenheit gewinnt hier. Sprechen Sie Ihre Bedürfnisse bei Ihrem neuen Arbeitgeber an und behalten Sie dabei das aktuelle Unternehmen im Blick. Meist ist es gar nicht so schwierig, sich auf einen Ablauf zu einigen, der allen Parteien gerecht wird.

Planen Sie mindestens zwei Wochen ein, besser vier. Das richtet sich natürlich auch nach der Kündigungsfrist, welche sich in der Regel mit mehr Verantwortung und Unternehmenszugehörigkeit verlängert.

Egal für welche Variante Sie sich entscheiden: Gehen Sie nicht einfach, sondern nutzen Sie die verbleibende Zeit sinnvoll. So vermeiden Sie einen Schaden für die Firma und letztendlich auch für Ihren Ruf.

6. Wie sag ich’s dem Chef?

Es ist ein Gebot der Höflichkeit, dass Sie Ihren Vorgesetzten zuerst über Ihre Kündigung informieren.
Suchen Sie das persönliche Gespräch und erklären Sie Ihre Kündigungsgründe.
Dabei sollten Sie nach vorne blicken und eher betonen, welche Chancen Ihnen die neue Stelle bietet als die Mängel der aktuellen Positionen zu thematisieren. Nicht zuletzt ist es immer auch wichtig, das eigene Bewusstsein für einen guten Übergang anzusprechen. Bleiben Sie so verantwortungsvoll wie Sie bisher auch Ihren Job gemacht haben.

Das Kündigungsgespräch ist auch eine gute Gelegenheit, Ihrem Vorgesetzten für die Möglichkeiten im aktuellen Unternehmen zu danken. Bauen Sie gerne auch einen entsprechenden Satz in Ihr Kündigungsschreiben ein.

Seien Sie sich bewusst, dass Ihr Verhalten bei der Kündigung und die Übergabe der letzte Eindruck sind, den Sie im Unternehmen hinterlassen. Bleiben Sie freundlich und professionell. Nutzen Sie Möglichkeiten wie das oben genannte Beispiel mit dem Übergabedokument.

7. Seien Sie auf alles vorbereitet

Im schlimmsten Fall werden Sie vom Sicherheitspersonal zur Tür begeleitet. Bleiben Sie auch dann höflich, gratulieren Sie sich zur eigenen Vorbereitung und seien Sie nicht gekränkt. Vermutlich gab es in der Vergangenheit Kollegen, die bei Ihrer Kündigung nicht so professionell waren wie Sie.

8. Das Gegenangebot

Sie sind eigentlich entschlossen zu gehen. Nachdem Sie Ihre Kündigungsgründe schlüssig dargelegt haben, fragt Ihr Vorgesetzter Sie jedoch, unter welchen Bedingungen Sie bleiben würden.

Sind Sie versucht, das Angebot anzunehmen? Damit sind Sie nicht allein. Google allein liefert zu dem Stichwort weit über 1 Million Suchergebnisse. Machen Sie sich hierzu schon vor der Kündigung Gedanken, um dann konsequent auftreten zu können.

9. Wie sag ich’s den Kollegen?

Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten darüber. Dies auch für ihn als Teamleiter eine wichtige Situation. Bleiben Sie bei derselben professionellen Geschichte.
Sollte Ihnen etwas übel aufgestoßen sein, setzen Sie sich selbst eine Frist von zehn Jahren, bevor Sie die wahre Geschichte erzählen. Bis dahin hat das Ganze hoffentlich an Bedeutung verloren und Ihr Ärger ist verflogen.

10. Schreiben Sie eine Abschieds-E-Mail

Nehmen Sie sich an Ihrem letzten Tag die Zeit, zum Abschied eine E-Mail an alle Kollegen zu senden. Je nach Kommunikationsweg kann das natürlich auch ein Post in einer firmeninternen Gruppe sein. Wichtig ist: Dies ist Ihre Gelegenheit, zum Abschied noch einmal gute Gefühle zu erzeugen.

11. Bleiben Sie in Kontakt mit ehemaligen Kollegen

Wie wir schon in anderen Beiträgen betont haben, bilden ehemaligen Kollegen einen wichtigen Teil des beruflichen Netzwerks. Es lohnt sich, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Dafür müssen Sie nicht bis zum nächsten Feiertag warten. Sie können auch:

  • Kollegen, die Ihnen nahe stehen, um ihren Rat bitten.
  • gelegentliche Treffen in einer kleineren Runde organisieren.
  • Messen und Konferenzen nutzen, um Kontakte aufzufrischen.
  • einer Alumni-Gruppe des Unternehmens beitreten und sich aktiv beteiligen.
  • Kollegen zu Ihrem Xing- und LinkedIn-Netzwerk hinzufügen.