Lebenslanges Lernen

Lebenslanges Lernen

Ich weiß, dass ich nichts weiß – das wusste schon Sokrates (469 – 399 v. Chr) und gründete darauf das Streben nach Erkenntnis und Selbsterkenntnis für ein erfülltes Dasein.
Wie oft stehen wir nicht heute – vor allem auch im Berufsleben - ebenfalls vor der Feststellung, dass wir nichts wissen. Dabei geht es nicht um das Gesamtwissen der Erde. Sondern im beruflichen Alltag vor allem darum, dass wir uns in vielen Fachbereichen gar nicht auskennen oder unsere Softskills ausbauen können oder selbst in unserem eigenen Spezialgebiet immer wieder merken, dass wir noch immer dazulernen können.

Lernen ohne Ende
Nach der Schule dachten wir, das Lernen habe nun ein Ende – oder zumindest bald, sobald man Ausbildung und Studium hinter sich habe. Aber dann im ersten Job und bei jedem Wechsel in eine neue Position oder in ein anderes Unternehmen stellen wir wieder fest, dass wir Lücken in unserem Wissen und unseren Fähigkeiten haben.
Der Mensch lernt ein Leben lang. Für sich selbst als Person, aber auch, um seine Fähigkeiten in der Gesellschaft und im Beruf einbringen zu können. Die Globalisierung und Digitalisierung bringen uns inzwischen in eine ganz neue Situation, in der wir einerseits mit viel mehr Personen um Wissen und Kompetenzen konkurrieren als noch in der vergangenen Generation. Andererseits verlangen technischer Fortschritt und Veränderungen eine permanente Anpassung und Weiterentwicklung des Einzelnen, wenn wir nicht abgehängt werden wollen.

Die Bäume im Wald
Für viele klingt das nach einem anstrengenden Vorhaben. Ohnehin ist der Alltag schon voll genug, mit Beruf, Familie, Hobbies, Ausgleichsaktivitäten, außerberuflichen Verpflichtungen. Wo soll da noch die Weiterbildung hineinpassen? Und welche überhaupt? Manch einer fühlt sich überfordert von den schier unendlichen Möglichkeiten bei unzähligen Bildungsträgern, Anbietern, Instituten, Facheinrichtungen. Und diese Kombination aus dem Druck, sich weiterbilden und weiterentwickeln zu müssen, dem Gefühl, generell wenig Zeit zu haben, und der Befürchtung, aus dem Überangebot dann womöglich sogar noch das falsche Programm auszuwählen – am Ende also ggf. umsonst Zeit, Geld und Energie aufzubringen – endet bei vielen im Nichtstun.

Entscheidungshilfen
Wer grundsätzlich bereit ist und sich weiterbilden will, sich aber schwer tut, sich zu orientieren und eine Entscheidung zu treffen, hat verschiedene Möglichkeiten. Man kann zunächst mit dem Vorgesetzten sprechen. Ohnehin ein guter erster Schritt, denn vielleicht ist dieser ja sogar bereit, die Kosten für eine Weiterbildung (zumindest anteilig) zu tragen. Darüber hinaus hat er möglicherweise Ideen für Inhalte und Ausrichtung der Weiterbildung. Er kennt Sie als Mitarbeiter auf fachlicher, aber auch auf persönlicher Ebene. Daher kann er Ihnen Themen ans Herz legen, die Sie sowohl im konkreten Unternehmenskontext voranbringen, die aber auch zu ihrem Charakter als Mitarbeiter und Ihren ohnehin schon vorhandenen Fähigkeiten passen. Außerdem gibt es psychologisch betrachtet einen anderen Antrieb für den Start und das Absolvieren der Weiterbildung, wenn andere Personen und der Vorgesetzte darüber im Bilde sind.
Sie können sich aber für die Auswahl von Themengebieten und Anbietern auch an Kollegen, Freunden und Personen, die Sie als Vorbilder wahrnehmen, orientieren – sofern sich deren Fähigkeiten und Interessen im Großen und Ganzen mit Ihren decken. Schauen Sie, womit sich diese Personen beschäftigen, und vielleicht entdecken Sie dadurch eine auch für Sie passende Weiterbildung, einen Kurs, ein Programm, von wo aus sich sogar noch Türen in weitere Themen öffnen können. Sie werden in jeder Form Ihren Horizont erweitern.

Lernen auf anderer Ebene
Wichtig ist abgesehen von spezifischen Kenntnissen, die man z. B. im Zusammenhang mit dem technologischen Wandel benötigt, in vielen Unternehmensbereichen aber auch noch etwas anderes. Es geht für viele Manager nicht in erster Linie um die Anhäufung fachlicher Kompetenzen ihrer Mitarbeiter oder gar um das Sammeln von Zertifikaten, sondern um eine grundlegende Haltung. Um die Haltung, sich weiterentwickeln zu wollen; um einen aufgeschlossenen Geist mit Offenheit für Neues; um den intrinsischen Willen, Dinge morgen besser zu machen als gestern und Herausforderungen mit zuversichtlicher Stimmung anzunehmen. Und vor eben diesem Hintergrund gibt es viele andere Wege, wie wir ein Leben lang lernen. Ohne dass wir große Weiterbildungsprogramme besuchen und in den Abendstunden Qualifikationskurse absolvieren, sondern mit vielen kleinen Dingen und Gewohnheiten im Alltag.

Wenn wir beobachten.
Wenn wir lesen.
Wenn wir anderen zuhören.
Wenn wir nachdenken.
Wenn wir unsere Fähigkeiten und Kenntnisse bewusst üben und trainieren.
Wenn wir Dinge ausprobieren.
Wenn wir Schwierigkeiten und Hürden überwinden.
Wenn wir uns trauen, auch zu scheitern.
Und schlichtweg, wenn wir Dinge anpacken und machen.