Kaufmann/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung

Kaufmann/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung

Wir werfen einen Blick um uns. Sehen Möbel, technische Geräte, Lebensmittel in unserem Kühlschrank, Kleidung und Schuhe in unserem Schrank. Der allergrößte Teil davon kommt nicht aus direkter Nachbarschaft zu uns, sondern legt zunächst kleine oder große Strecken per Flugzeug, Containerschiff, Zug und/oder Lastwagen zurück, bevor wir die Produkte konsumieren können.
Ein schier endloses Netz von Transportwegen und ein kleinteiliges Mosaik von Aktivitäten und Entscheidungen stecken dahinter. Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen befinden sich mitten drin in diesen Prozessen und sind mitverantwortlich für die reibungslosen Abläufe, damit Produzent, Transporteur, Verkäufer und Konsument am Ende zufrieden sind. Was genau macht aber ein Kaufmann, eine Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung im Arbeitsalltag?

Die Ausbildung, die in Deutschland gewöhnlicherweise drei Jahre dauert, soll die zukünftigen Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung dazu befähigen, den Transport, den Umschlag und die Lagerung von Gütern jeglicher Art zu organisieren.

Am einen Ende steht die Beratung von Kunden und Auftraggebern. Der Bedarf des Kunden muss erkannt und analysiert werden, um dann ein passgenaues Angebot erstellen zu können. Dazu muss der Mitarbeiter für Spedition und Logistikdienstleistung einen umfassenden Überblick über die einzelnen Transportmöglichkeiten und Routen haben, alles unter Berücksichtigung von Schnelligkeit und Kosten. Vor der Angebotserstellung ermittelt und bewertet er für gewöhnlich Leistungen auf dem Logistikmarkt, um dann die Preise für das Kundenangebot zu kalkulieren. Zusätzlich zum reinen Transport können weitere Kosten beispielsweise durch Zwischenlagerung oder Versicherung entstehen, was der Mitarbeiter alles im Blick hat und in die Kundenberatung und sein Angebot mit aufnimmt.

Die nächste Phase ist dann die eigentliche Organisation des Transports mit den einzelnen Akteuren innerhalb der Logistikkette. Hierzu verhandeln die Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung mit inländischen und ausländischen Transportpartnern, in vielen Fällen auch auf Englisch, um die einzelnen Schritte in der Transportkette aneinander zu setzen. Bei internationalen Sendungen müssen zusätzlich zu rein unternehmensökonomischen Aspekten die außenwirtschaftlichen und zollrechtlichen Regularien berücksichtigt werden und in die Bearbeitung einfließen. Der Mitarbeiter erstellt die Versandpapiere, zu denen Frachtbriefe, behördliche Genehmigungen, Lade- und Verladelisten sowie Stücklisten gehören, und dann geht der Transport los.

Das heißt aber nicht, dass die Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung hiermit ihre Aufgabe beendet haben. Sie überwachen die Transporte und Routen, bis die Ware vom Kunden in Empfang genommen wird. Bei Störungen (z. B. Unwetter, Streiks an Häfen oder Flughäfen) greifen sie ein, finden ggf. neue Wege und disponieren um. Wenn alles gut läuft und die Ware unbeschadet ihr Ziel erreicht hat, müssen Dokumentationen und Rechnungen erstellt werden, die an den Kunden gehen. Gibt es Reklamationen oder Schadensmeldungen von Kunden, befasst sich auch damit der Mitarbeiter für Spedition und Logistikdienstleistung, um den Schaden zu regulieren. Das alles für die Zufriedenheit des Kunden, aber natürlich auch für den Gewinn des Unternehmens, für das er arbeitet.

Nicht immer bleibt es für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleitung bei operativen Tätigkeiten im Tagesgeschäft. Auch übergreifende, prozessorientierte Themen können mit dazu gehören. Da sie durch ihre ständigen Recherchen nach Transportketten oft einen guten Überblick über die Marktlage haben, können sie auch langfristig zur Marktbeobachtung zu Rate gezogen werden und an der Weiterentwicklung von Leistungsspektren eines Unternehmens mitarbeiten. Durch ihre ohnehin bestehenden Kontakte zu Geschäftspartnern in der Logistikbranche können sie zudem Netzwerke für Transport, Distribution und Lagerung weiter ausbauen und Impulse geben für neue Logistikkonzepte. Bei der Entstehung neuer Märkte oder dem wirtschaftlichen Aufstieg bestimmter Regionen unterstützen sie mit ihrem Wissen und der operativen Erfahrung bei der Entwicklung neuer Transportwege.

Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleitung haben einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag. Kein Produkt, kein Kundenauftrag, keine Lösung gleicht der anderen. Eine Arbeit mit Gespür für das Detail, aber auch mit dem Blick für das große Ganze. Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung arbeiten wie Zahnräder in einem Uhrenwerk. Und so tragen sie jeden Tag dazu bei, dass die Warenströme rund um den Globus in geregelten Bahnen verlaufen.



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