Für mehr Inspiration im Arbeitsalltag

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5 Gewohnheiten, die man sich von digitalen Nomaden abgucken kann

Jeder hat wohl schon einmal an einem Nachmittag im Büro gesessen und in einem Anflug von Langeweile stundenlang seinen Posteingang angeschaut oder in einem nicht enden wollenden Meeting gesessen und ist dabei Träumen nachgegangen, als digitaler Nomade zu leben. Es klingt perfekt: Man arbeitet in inspirierender Umgebung, die man sich selbst aussucht, teilt sich seine Arbeitszeit frei ein und braucht nicht mehr all den überflüssigen Smalltalk im Büro zu führen.

Ja, es scheint tatsächlich wunderbar. Denn der übliche Büromensch kann nicht einfach in der Kaffeepause einen Spaziergang durch den Wald machen oder das Monatsreporting vor der Kulisse des in der Sonne glitzerndes Meeres abschließen. Aber man muss nicht sofort die Sachen packen und um den halben Erdball reisen, um die Vorteile dieses Lebensstils zu genießen. Tatsächlich gibt es genug Gewohnheiten eines digitalen Nomaden, die man ganz einfach übernehmen kann, um die Tage mit mehr Inspiration zu füllen.

1. Durchmischen Sie die Szenerie
Einer der offensichtlichsten Vorteile (und definitiv ein Punkt, den viele am meisten aufgrund der Bilder auf Instagram und Facebook beneiden) ist die Möglichkeit, an wirklich schönen Orten zu arbeiten anstelle eines oft recht eintönigen Büros. Sei es ein hippes Café in Madrid oder ein Traumstrand auf den Philippinen – eine schöne Umgebung hat sicherlich positiven Einfluss auf unsere Einstellung zur Arbeit und auf unsere Arbeitsergebnisse.
Auch wenn Sie nicht so einfach an exotische Orte wechseln können, sind Sie doch umgeben von Plätzen, die nicht Ihr Büro sind. Vielleicht gibt es die Lobby eines schönes Hotels, das Sie besonders mögen; oder in einem Park in der Nähe ein tolles Café. Sprechen Sie mit Ihrem Chef, um zu sehen, ob Sie vielleicht über einen Tag, oder einen halben Tag pro Woche verhandeln können, an dem Sie aus Ihrem neuen Refugium arbeiten. Oder organisieren Sie einen solchen kleinen Ortswechsel für das ganze Team, so dass Sie gemeinsam mit Ihren Kollegen an diesem neuen Ort mit neuen Ideen arbeiten können.
Zumindest können Sie überlegen, ob ein Arbeitsplatzwechsel innerhalb des Büros an einem oder zwei Tagen pro Woche positive Auswirkungen auf Sie hätte. Anderer Lichteinfall, eine andere Anordnung der Büromöbel und eine andere Aussicht aus dem Fenster tragen meist dazu bei, dass die Kreativität und Problemfindungskompetenzen angekurbelt werden und man nicht in der gewohnten Routine weiterarbeitet.

2. Nutzen Sie die Vorteile Ihrer Umgebung
Digitale Nomaden lieben die Möglichkeiten, aufregende Orte zu besuchen und interessante Menschen kennenzulernen – und Sie müssen gar nicht so viel tun, um genau dasselbe zu erleben!
Man könnte wetten, dass es an Ihrem Wohn- und Arbeitsort genügend Dinge gibt, die Sie immer schon einmal machen wollten, aber bisher noch nicht gemacht haben. Noch schnell diese eine Ausstellung sehen, bevor sie zu Ende geht. Das neue Restaurant besuchen, von dem in letzter Zeit alle sprechen. Einen wunderschönen Spazierpfad entdecken, um an der frischen Luft in der Natur den Kopf frei zu bekommen. All das sind kleine Ansätze, um ein bisschen Abwechslung in Ihren Alltag zu bringen.
Bei digitalen Nomaden ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihre Umgebung entdecken und erleben besonders hoch, weil sie meist wissen, dass sie sich nicht für immer an diesem oder jenem Ort aufhalten und somit die Chancen einfach nutzen.
Tun Sie das Gleiche und seien Sie ein Tourist an dem Ort, an dem Sie gerade leben. Wenn Sie eine ausgedehnte Mittagspause haben, nutzen Sie diese, um neue Ecken zu entdecken. Nutzen Sie die Chance, mit den wunderbaren Menschen in Ihrer Umgebung in Kontakt zu treten und setzen Sie sich über einer Tasse Kaffee mit einem Kollegen zusammen, den kennenzulernen Sie bisher nicht die Gelegenheit hatten. Und wenn alles andere nicht klappt, zwacken Sie ein bisschen Zeit Ihrer Pause ab, um nach einer interessanten Abendaktivität zu recherchieren oder einen Tagesausflug für das Wochenende zu planen.

3. Passen Sie Ihren Tagesplan Ihrer Tagesform an
Viele digitale Nomaden genießen es, dass sie aus der 9-to-5-Routine ausgebrochen sind und stattdessen ihre Arbeitszeiten ganz einfach dem Energierhythmus oder auch den Sightseeing-Plänen anpassen können. Manch einer arbeitet für sich extrem produktiv in den frühen Morgenstunden oder bringt die besten Ergebnisse eines Brainstormings am späten Abend. Keine Büroregel schiebt dem einen Riegel vor.
Die naheliegendste Möglichkeit, um ebenfalls diese zeitlichen Freiheiten genießen zu können, wäre, mit dem Chef einen Arbeitszeitplan zu verhandeln, der am ehesten Ihren Bedürfnissen entspricht. Wenn Sie morgens am produktivsten und konzentriertesten sind, dafür aber am Nachmittag alle Luft raus ist, versuchen Sie ein Arrangement, in dem Sie z. B. von 7.00 Uhr bis 15.00 Uhr im Büro arbeiten. Es könnte sein, dass Ihr Vorgesetzter das vollkommen in Ordnung findet. Das werden Sie aber nur durch Fragen herausfinden.
Wenn Ihnen diese Option verwehrt wird, arbeiten Sie innerhalb der Bürozeiten in einem Rahmen, der am meisten Ihrem Ideal entspricht. Blocken Sie z. B. im Kalender die Stunden, in denen Sie am produktivsten arbeiten, um Ihre eigenen wichtigen Aufgaben zu erledigen und nicht permanent in Meetings hineingezogen zu werden. Falls Ihr Energierhythmus schwer vorhersehbar ist, sehen Sie zu, dass Sie Ihre Aufgaben immer ein ganzes Stück vor Ablauf von Fristen erledigen. So können Sie notfalls einen Gang herunterschalten, wenn Ihnen einmal die Inspiration fehlt, und die Aufgabe zu einem anderen Zeitpunkt wieder aufgreifen.

4. Verlassen Sie Ihren Bildschirm
Digitale Nomaden haben unzählige Gelegenheiten, ihren Bildschirm zu verlassen. Und viele sagen, dass ihnen die besten Einfälle kommen, wenn sie nicht am Computer sitzen.
Als Angestellter fühlt man sich schnell dazu verpflichtet, seine Aufmerksamkeit ununterbrochen auf den Bildschirm zu richten und abrufbereit zu sein. Aber versuchen Sie einmal, hier und dort nicht am Rechner zu sitzen, und sehen Sie, was passiert. Machen Sie einen kurzen Spaziergang durch die Büroräume oder das Gebäude, wenn Sie sich an einem Problem festgebissen haben. Nehmen Sie sich einen einfachen Notizblock und setzen Sie sich in eine andere Ecke des Büros, um sich auf ein Meeting vorzubereiten. Setzen Sie sich jede Woche ein Zeitfenster, in dem Sie am Whiteboard brainstormen können. Sie werden überrascht sein, wie sehr das Ihren Gedanken auf die Sprünge hilft.

5. Übernehmen Sie Kontrolle, soweit Sie können
Nicht nur die Kombination aus Arbeit und Reisen ist ein großes Plus für digitale Nomaden. Noch bedeutender ist für die meisten das Gefühl, dass sie ihr Leben komplett selbst kontrollieren und steuern. Die Arbeitspakete, die sie angehen; der zeitliche Rahmen, in dem diese erledigt werden; die freie Wahl des Arbeitsortes. Das alles gibt ein Gefühl, dass man der eigene Boss ist und sich die Zukunft komplett selbst baut.
Auch wenn Sie täglich an Ihren Chef berichten, vergessen Sie nicht, dass am Ende doch Sie Ihre Karriere steuern. Wenn Sie sich bei der Arbeit unausgefüllt fühlen, versuchen Sie in kleinen Schritten zu verstehen, woran es liegt und was Sie daran ändern können. Überlegen Sie, was Sie an Ihrem Job mögen und was nicht. Sie können zum Beispiel auch täglich oder wöchentlich eine Bilanz aufstellen, was Sie erreicht haben und was schiefgegangen ist. Daraus lernen Sie, können sich verbessern und Konsequenzen ziehen. Stellen Sie sich einmal die Frage „warum mache ich diesen Job?“ oder auch „mache ich das, was ich mache, gerne?“
Wenn Sie in einem solchen Prozess der Selbstreflektion zu dem Schluss kommen, dass Ihr Job Sie nicht (mehr) erfüllt, ist es vielleicht Zeit zu gehen. Machen Sie also Pläne für Ihren Ausbruch aus der Routine. Hinein in einen neuen Job. Oder an einen anderen Ort auf diesem Erdball.