Fahrzeiten kreativ für sich nutzen

Fahrzeiten kreativ für sich nutzen

Morgens aufstehen, sich fertig machen, frühstücken – und los geht‘s zur Arbeit. Um im Büro anzukommen, müssen viele Menschen erst einmal eine Strecke zurücklegen, denn die wenigsten wohnen bei ihrem Arbeitsplatz um die Ecke. Pendler verbringen jeden Tag zum Teil viel Zeit mit der Fahrt zur Arbeit und wieder nach Hause, manche bis zu drei Stunden oder etwas mehr am Tag. Das ist Zeit, die nirgendwo richtig einzuordnen ist. Ein Schwebezustand, in dem man weder dem Stress im Büro ausgesetzt ist noch gemütlich die Feierabendzeit mit der Familie oder Freunden genießen kann.

Gut, wenn man mit dem Auto fährt, bleibt einem nicht viel übrig, als sich auf den Verkehr zu konzentrieren. Nebenbei läuft vielleicht Musik, man telefoniert, damit die Zeit schneller vergeht, und ansonsten hängt man ein bisschen seinen Gedanken nach und blickt auf die anderen Autos vor und hinter sich. Was aber tun, wenn man mit der Bahn unterwegs ist und längere Zeit im Zug sitzt?

Vielleicht hat man Glück und erwischt einen Platz mit Mitteltisch, falls nicht, bleibt einem immer noch der Aufklapptisch in der Lehne der Vordersitzes. Die Stunde (oder mehr) im Zug ist eine wunderbare Gelegenheit, am Morgen schon einmal E-Mails zu lesen. So kann man bereits verschiedene Dinge im Kopf vorsortieren und bei Ankunft im Büro direkt mit den wichtigeren Aufgaben des Tages loslegen. Wer eine Präsentation halten muss oder eine Kundenbesprechung vor sich hat, kann noch einmal einen letzten konzentrierten Blick auf die Unterlagen werfen, um alles zu verinnerlichen oder einen letzten Schliff anzubringen.

Allerdings möchte nicht jeder schon seine Energie in Arbeitsinhalte stecken, bevor er überhaupt am Arbeitsplatz angekommen ist. Trotzdem kann man auch dann die Zeit sinnvoll nutzen, statt einfach nur Facebook zu durchforsten oder aus dem Fenster zu starren. Aus dem Fenster zu starren kann manchmal sicherlich notwendig und inspirierend sein, aber genauso inspirierend und gleichermaßen entspannend kann es sein, ein gutes Buch zu lesen. Es kann ein dünnes Buch sein, das bequem in die Tasche passt, oder ein E-Reader, der ohnehin leicht verstaut werden kann. Ein gutes Stück Literatur, das die Gedanken in andere Welten entführt, vielleicht ein Klassiker, den man sich immer schon einmal vornehmen wollte. Ein Reisebericht, der einen in die Ferne zieht und entfernte, vielleicht noch unbekannte Orte vor dem inneren Auge lebendig werden lässt. Ein Sachbuch, das ein Thema darlegt, was einen schon immer interessiert hat oder einem neues Wissen verschafft. Die Möglichkeiten sind unzählig. Und wer nicht selbst lesen will, lässt vorlesen und greift zum Hörbuch. Das eignet sich z. B. auch besser, wenn man in vollen und entsprechend engen U-Bahnen oder Bussen unterwegs ist.

Nach Feierabend mangelt es vielen Menschen an Lust und Muße, sich noch mit weiteren Aufgaben aus dem Büro zu befassen, und auch das am Morgen gerne gezückte Buch oder E-Book scheint nun auf dem Rückweg viel zu anstrengend. Nutzen Sie nach einem anstrengenden Tag die Zeit, um mit guter Musik etwas zu entspannen oder in positive Feierabendstimmung zu kommen. Sie könnten Ihre Lieblingsplaylist auswählen, bei der Sie ganz genau wissen, dass sie Ihnen gut tut. Oder Sie könnten, je nachdem, was Sie am Abend vorhaben, Musik wählen, die Sie auf die Aktivität vorbereitet. Besuchen Sie ein Konzert, können Sie mit Musik desselben Künstlers oder Komponisten einen Vorgeschmack bekommen. Sind Sie zu einer Cocktailparty eingeladen, schalten Sie doch einfach ein bisschen Lounge-Musik an. Wollen Sie am Abend noch zur Salsa-Tanzstunde, können Sie mit Latinomusik gedanklich warm werden und in Schwung kommen.

Wenn Sie sich aber nicht nur berieseln lassen möchten, können Sie, ohne dabei mit viel Konzentration schwierige Aufgaben lösen zu müssen, gedanklich und mit Stift und Papier oder dem Handy für sich selbst und Ihre Freizeit aktiv werden. Vielleicht haben Sie demnächst Freunde zu einem großen Essen eingeladen, oder Sie geben eine größere Party. Das braucht nicht nur praktische Vorbereitung, sondern zunächst einmal eine gute Planung. Überlegen Sie sich also auf Ihrem täglichen Fahrtweg, was Sie sich genau vorstellen, wie die Feier aussehen soll und was bis zu dem entsprechenden Tag zu tun ist. So ein Brainstorming kann manchmal einen ganzen Strom von guten Ideen anstoßen.

Es muss aber nicht das große Event in der nahen Zukunft sein. Auch der Alltag hat gewisse Abläufe, die man vorplanen kann, und das kann sogar Spaß machen. Vielleicht erinnert Sie auf dem Weg nach Hause auch Ihr Magen daran, dass Sie in absehbarer Zeit zu Abend essen werden. Und statt nur in dem Moment spontan zu grübeln, was auf dem Tisch landen soll, können Sie sich schöne Dinge für die kommenden Tage überlegen. Denken Sie daran, was Sie im Kühlschrank haben und was man daraus zaubern könnte. Gehen Sie durch Food-Blogs und Kochwebseiten, um sich inspirieren zu lassen. Überlegen Sie, was Sie in den nächsten Tagen kochen oder backen wollen und schreiben Sie sich Ihre Einkaufsliste fürs Wochenende. Vielleicht steht auf diese Weise plötzlich übermorgen eines Ihrer Lieblingsgerichte, das Sie lange nicht gegessen haben, auf dem Tisch. Eine weitere Sache, auf die Sie sich dann während Ihrer Rückfahrt von der Arbeit in den Feierabend freuen können.