Die sieben wichtigsten Wasserstraßen der Welt

Die sieben wichtigsten Wasserstraßen der Welt

Weltweit gibt es unzählige Wasserstraßen und Kanäle, die Ozeane und Meere miteinander verbinden. Es sind zum Teil künstliche, von Menschenhand geschaffene Kanäle, aber auch Meerengen, die durch die Geographie der Region vorgegeben sind. Ihr Nutzungszweck ist vor allem, historisch betrachtet und auch heute noch, der internationale Handel und Transport von Waren. Und so kommt manchen dieser Wasserstraßen durch ihre Lage oder die Enge eine ganz besondere strategische Bedeutung zu.

Aus diesem Grund unterliegen sie seit Jahrhunderten internationalem Recht. Zuletzt wurde im Jahr 1982 das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen unterschrieben und 1994 schließlich ratifiziert, welches die Passage für Schiffe aller Nationen garantiert.
Folgend ein paar Fakten über die sieben wichtigsten Wasserstraßen der Welt, die Ihnen bestimmt noch nicht alle bekannt sind.

Panamakanal
Mit 82 Kilometern Länge ist der Panamakanal der längste künstliche Kanal der Welt. Er durchtrennt in Mittelamerika den Landgürtel von Panama und verbindet dadurch den Atlantik mit dem Pazifik, was für die Schifffahrt die wesentlich längere und gefährlichere Strecke um Kap Hoorn oder durch die Magellanstraße hinfällig macht. Etwa 5% Prozent des weltweiten Seefrachtverkehrs gehen durch den Panamakanal. Die größte Bedeutung hat der Panamakanal für Warentransporte zwischen der West- und der Ostküste der USA, aber auch für den Handel zwischen Asien und der US-amerikanischen Ostküste. 68% aller in den USA umgeschlagenen Waren wurden durch den Panamakanal transportiert. Für China liegt diese Ziffer bei 23%, für Japan bei 16%.

Straße von Gibraltar
Diese Meerenge ist im Norden von spanischem Festland sowie der Britischen Kronkolonie Gibraltar und auf der Südseite von Marokko und der spanischen Exklave Ceuta umsäumt. Sie verbindet den Atlantik mit dem Mittelmeer und ist dadurch eine der meist befahrenen Wasserstraßen der Welt, die täglich von rund 300 Schiffen frequentiert wird. Die Straße hat eine Länge von etwa 60 Kilometern und ist an ihrer schmalsten Stelle nur 14 Kilometer, an der breitesten Stelle 44 Kilometer breit. Das knapp anderthalb Meter niedrigere Niveau des Mittelmeers sorgt für einen ständigen ostwärts gerichteten Wasserstrom an der Oberfläche. In Kombination mit den meist westlichen Winden, die sich in der Meerenge noch potenzieren, machte dies die Straße von Gibraltar lange zu einer schwer schiffbaren Wasserstraße.

Magellanstraße
Am äußersten Zipfel von Südamerika windet sich auf einer Länge von 570 Kilometern die Magellanstraße mit zahlreichen Seitenarmen durch Inseln hindurch und trennt das südamerikanische Festland von vor allem Feuerland und anderen Inseln. Gleichzeitig verbindet sie den Pazifik und den Atlantik. Seit 1881 gehört sie zu chilenischem Hoheitsgebiet. Zwar hat ihr der Panamakanal, der seit 1914 die Umrundung des Kap Hoorn unnötig macht, den Rang genommen, aber immer noch wird die Magellanstraße von vielen Schiffen befahren und bietet vor allem Chile, das ansonsten nur Pazifikküste vorweist, direkten Zugang für Handelstransporte über den Atlantik nach Europa. Die geologischen Gegebenheiten bieten den durchfahrenden Schiffen sichere Fahrt im Vergleich zur gefährlichen Strecke um Kap Hoorn; einen weiteren Beitrag dazu leisten die 41 Leuchttürme, die in der Magellanstraße installiert sind.

Straße von Malacca
Im Indischen Ozean zwischen Malaysia im Norden und Indonesien im Süden gelegen, ist die Straße von Malakka nicht nur für den regionalen Transport von Gütern, sondern für den Welthandel von immenser Bedeutung. Auf einer Länge von rund 800 Kilometern und einer Breite zwischen 50 und 300 Kilometern wird sie täglich von ungefähr 2000 Schiffen durchfahren, die 20-25% des globalen Seefrachtvolumens befördern. Darüber hinaus ist sie wichtiges Nadelöhr für einen schnelleren Transport von Erdöl und Erdgas aus der Golfregion Richtung China, Japan und Südkorea. In der Vergangenheit war die Straße von Malakka aufgrund des hohen Schiffverkehrsaufkommens immer wieder Schauplatz für Piratenangriffe. Seit einigen Jahren scheinen diese Vorfälle aber gen Null zu laufen.

Bosporus, Marmarameer und Dardanellen
Der Weg zwischen der Ägäis und dem Schwarzen Meer läuft immer über diese Route. Gleichzeitig trennen diese Meerengen Europa von Asien. Für die Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres Russland, die Ukraine, Georgien, die Türkei, Bulgarien und Rumänien stellen sie den Zugang zum Mittelmeer und damit zum internationalen Seehandel dar. Mittlerweile werden neben Agrarprodukten und Industriegütern auch in steigendem Maße Erdöl und Erdgas transportiert. Die Passage durch den Bosporus, der von der Stadt Istanbul umgeben wird und an der schmalsten Stelle nur 700m breit ist, wird durch ein umfangreiches Regelwerk, die Bosporus Passage Procedure organisiert.

Sueskanal
Gut ein Zehntel des globalen Seehandels läuft durch den Suezkanal, der West und Ost, Europa, Asien und Teile Afrikas verbindet. Seit 1869 verbindet er das Mittelmeer mit dem Roten Meer und verkürzt seitdem die Passage enorm: Statt 11.755 Seemeilen (21.770,26 km) bei der Fahrt um Afrika herum legt man zwischen Rotterdam und Singapur durch den Sueskanal nur noch 8.281 Seemeilen (15.336,41 km) zurück. Auf der gesamten Länge von gut 193 km ist der Sueskanal schleusenfrei. Die Konvention von Konstantinopel, die seit 1888 bis heute ihre Gültigkeit hat, besagt, dass allen Schiffen aller Staaten, also Handels- aber auch Kriegsschiffen, die Durchfahrt erlaubt ist, und zwar ohne Einschränkung zu Friedens- und Kriegszeiten.

Straße von Hormus
Vor allem für den Transport von Erdöl und Erdgas ist sie im Welthandel und in der Weltpolitik von herausragender Bedeutung. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und schließlich dem Indischen Ozean, wodurch der Seeweg nach Asien frei ist. Täglich durchlaufen 17,4 Mio. Barrel Erdöl auf Tankern die Straße von Hormus, 85% davon gehen nach Asien, vor allem China, Japan, Südkorea und Indien. Die Fahrrinnen sind pro Richtung nur 3 km breit, was eine strenge Koordination der Schifffahrt notwendig macht. Diese wird nach den Vorschriften des Verkehrstrennungsgebietes (VTG) geregelt.